07.07.2011 - Elbe Jeetzel Zeitung

Volksbank mit Rekordgewinn

Genossenschaftsverband: »Sehr gutes Prüfungsergebnis» für Volksbank Osterburg-Lüchow-Dannenberg

as Lüchow.

Das gibt es nur äußerst selten: Die Prüfer des Genossenschaftsverbandes haben der Volksbank Osterburg-Lüchow-Dannenberg (VB OLD) für das Geschäftsjahr 2010 »ein sehr gutes Prüfungsergebnis» bescheinigt. Das lag nicht allein am Rekordgewinn von 5,78 Mio. Euro nach Steuern und dem Umsatzplus von 26 Prozent im Absatzgeschäft des Warenbereiches. Auch die interne Organisation der Genossenschaft entspricht allen Bankvorschriften. Deswegen sprach Hans-Günter Petersen, Prüfungsleiter des Genossenschaftsverbandes für Norddeutschland, dem Vorstand und den Mitarbeitern "hohe Anerkennung aus", verbunden mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Die Mitglieder der VB OLD profitieren von der guten Entwicklung ihrer Bank mit einer Dividendenzahlung in Höhe von 6,5 Prozent. Die Mitarbeiter erhielten einen Bonus von 300 Euro in Form von je zwei Genossenschaftsanteilen. Damit nicht genug: Schon jetzt zeichnet sich ab, dass im Geschäftsjahr 2011 mit einer weiteren Gewinnsteigerung zu rechnen ist. Das erfuhren die rund 700 Mitglieder und Gäste bei der Generalversammlung, die die Volksbank in zwei großen Festzelten auf dem Lüchower Schützenplatz organisiert hatte.

Nicht ohne Stolz verwies Vorstandsvorsitzender Dieter Schulz darauf, dass die VB OLD von der Landesbank und vom Genossenschaftsdachverband das A+-Rating erhalten habe. Mit dem bilanziellen Eigenkapital von 60 Mio. Euro und der überdurchschnittlichen Eigenkapitalquote von 11,8 Prozent sei das Unternehmen für künftige Herausforderungen gewappnet. Die Zeiten, in denen die VB OLD die Verlustvorträge nach Fusionen mit angeschlagenen Genossenschaften wettmachen musste, sind vorbei. Schulz bezeichnete das Geschäftsjahr 2010 - eher untertrieben - als "zufriedenstellend". So wurden für 2010 rund 1,2 Mio. Euro Gewerbesteuer gezahlt, allein etwa 510000 Euro an die Kommunen in Lüchow-Dannenberg.

Die Bilanzsumme war im Geschäftsjahr 2010 um fünf Prozent auf 512,2 Mio. gestiegen. Die Einlagen der Kunden wuchsen von 315,4 Mio. Euro auf 337,2 Mio. Euro. Weil die Kunden wegen des niedrigen Zinssatzes flexibel bleiben wollten, war der bedeutendste Zuwachs der Kundengeldern bei den Sichteinlagen zu verzeichnen gewesen. Auch bei der Entwicklung des Kreditgeschäfts zeigte sich Schulz "sehr zufrieden". Das Plus von 234,3 Mio. Euro auf 245,8 Mio. Euro sei maßgeblich von Finanzierungen der Kunden aus der Landwirtschaft geprägt gewesen, die in alternative Energieanlagen wie Biogas und Photovoltaik investiert hätten. Rückläufig seien allerdings die Provisionserträge gewesen. Zuwächse aus dem Wertpapier- und Depotgeschäft standen gesunkene Einnahmen aus der Vermittlung von Versicherungen gegenüber. Ein Plus habe es aber bei den Vermittlungen von Bausparverträgen gegeben.

Innerhalb der Geld- und Kapitalanlagen der Bank (insgesamt 116,7 Mio. Euro) hatten die Vorstände eine Umschichtung der Anlagen aus dem Bereich der Aktien in andere nicht festverzinsliche Wertpapiere vorgenommen. Aus der Gewinn- und Verlustrechnung des Unternehmens geht hervor, dass der Zinsüberschuss im Vergleich zum Vorjahr gesteigert wurde. Das Rohergebnis aus dem Warengeschäft, über das die EJZ gesondert berichten wird, war um 2,9 Mio. Euro auf 27,7 Mio. Euro gewachsen. Obwohl das Jahr 2010 wettermäßig kein ausgesprochenes Sonnenjahr war, erwirtschaftete die VB OLD allein 400000 Euro an Erträgen aus Einspeisevergütungen eigener Photovoltaikanlagen. Bei alledem wurde der Verwaltungsaufwand auf dem Niveau des Vorjahres gehalten (10,2 Mio. Euro). Die Personalkosten beliefen sich auf 21,5 Mio. Euro. Gehälter wurden an 707 Mitarbeiter überwiesen (2009: 699), davon 165 aus dem Bankbereich. In Lüchow-Dannenberg beschäftigt die VB OLD allein 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Einer von ihnen, nämlich Werner Meyne, wurde während der Generalversammlung für 25-jährige Betriebszugehörigkeit geehrt.

Investiert hat die VB OLD im Jahr 2010 über 8,3 Mio. Euro, davon rund 3 Mio. Euro als Ersatzinvestitionen für den Fuhrpark (1,22 Mio. Euro) und für technische Ausstattung im Bankbereich (etwa 480000 Euro). Als Großinvestitionen gelten der Bau einer Dünger- lagerhalle in Osterburg (1 Mio. Euro), die Installation von Photovoltaikanlagen (800000 Euro), der Kauf der Bankfiliale in Gartow und der Neubau der zerstörten Bankfiliale in Malliß.

Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat entsprachen die Mitglieder dem Vorschlag des Gremiums, dessen Mitgliederzahl bis zum Jahr 2014 schrittweise um je einen Kopf pro Jahr abzubauen. Wiedergewählt wurden aus Lüchow-Dannenberg: Fred-Gunter Bade aus Klein Breese, Helmut Hahlbohm aus Wustrow und Albrecht Hettig aus Lüchow.

VB-Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Wilkens (von links) präsentierte die Prokuristen Hanno Jahn, Grit Worsch und Berthold Hilmer als künftiges Vorstandsteam der Volksbank Osterburg-Lüchow-Dannenberg. Sie werden im nächsten Jahr schrittweise zu Nachfolgern der Vorstände Volker Mahnke, Bernd Weill und Dieter Schulz berufen. Aufn.: A. Schmidt

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